Der Nadelvirus

Vor einigen Tagen hatte ich meiner Mutter meine Sockenwollbestände zugeschickt und ihr ein Spiel Hiya Hiya-Nadeln dazu gelegt. Sie bedankte sich auch artig für Wolle und Nadeln. Auf meine neugierige Frage hin, wie sie denn die Nadeln finde, wurde sie etwas wortkarg und redete vom Garn. Na gut, ich kenne meine Ma.

Zwei Tage später klingelt das Telefon. Eine aufgeregte Mutter. Ihr war beim Stricken eingefallen, dass sie zwecks gleichmäßiger  Farbverteilung besser zwei Socken parallel strickt. Dafür wurden die zuvor verschmähten Nadeln aus dem Schrank geholt. „Du, die habe ich gar nicht wieder aus der Hand gelegt! Die sind so toll. Wo kann ich die kaufen?“

Nun, ich wüsste nicht, wo man die kaufen kann jenseits von Online-Shops. Ich nahm also den Auftrag entgegen, in den nächsten Tagen Hiya Hiya-Nadelspiele in diversen Größen zu bestellen.  So ganz schnell bin ich dem Auftrag nicht nachgekommen. Das war auch gut so.

Vorhin klingelte das Telefon und dran war – genau – eine aufgeregte Frau Mama.

„Du musst noch mehr Nadeln bestellen, wir brauchen noch sechs Spiele in Stärke 3,5 mm.“  Wir sind die Damen der örtlichen Strickrunde. Frau Mama hatte ihre neuen Nadelfavoriten dabei und muss in der ihr eigenen Art Werbung gemacht haben. Jedenfalls haben die anderen Damen jeweils einige Runden mit den Nadeln gedreht und sich dabei „am lebenden Objekt“ davon überzeugt, dass blanke Metallnadeln nicht aus dem Strumpf rutschen, man mit ihnen aber wunderbar stricken kann.

Der Online-Shop ist nun geplündert. ^^ Ich hoffe auf baldigen Nachschub, damit das gewünschte siebte Nadelspiel nachgereicht werden kann.